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So profitieren stationärer Handel und Onlineshop von guter SEO


Veröffentlicht am 12.08.2024 von Philipp Nessmann

Titelmotiv - So profitieren stationärer Handel und Onlineshop von guter SEO

Nach wie vor sehen viele Menschen den Online-Handel und das stationäre Geschäft als Gegensätze. Allerdings können „beide Welten“ sehr wohl gemeinsam funktionieren und sogar voneinander profitieren. Wir zeigen Ihnen, warum Suchmaschinenoptimierung (SEO) dabei immer eine wichtige Rolle einnimmt, welche SEO-Aspekte unbedingt zu berücksichtigen sind und mit welchen Technologien es gelingt, die beiden Geschäftsformen optimal in Einklang zu bringen!


 

Warum ist SEO so wichtig für eine erfolgreiche Kombination aus Onlineshop und Ladengeschäft vor Ort?

Wenn Sie als Händler Ihr lokales Geschäft mit einem Onlineshop verknüpfen (oder umgekehrt), profitieren Sie von der Ansprache neuer Zielgruppen, heben Ihren Kundenkontakt bzw. Ihre Beratungsmöglichkeiten auf ein neues Level, fördern mehr Spontankäufe und bedienen die Erwartungen der heutigen Käuferschaft voll umfassend. Im Detail bedeutet das, dass Sie beispielsweise als Betreiber eines regionalen Ladens mit Ihrem zusätzlichen Online-Handel auch Käufergruppen erreichen, die bevorzugt im Netz shoppen, rund um die Uhr mit Ihren Angeboten für diese erreichbar sind, erweiterte Support-Optionen, zum Beispiel per Live-Chat, anbieten können und die Chance bekommen, Ihren Kunden per Cross-Selling schnell weitere passende Deals zu unterbreiten. SEO spielt für das Gelingen einer solchen Symbiose eine wichtige Rolle.
Denn ganz gleich, ob Ihre Kunden online shoppen wollen oder in einem stationären Geschäft einkaufen möchten: Sie nutzen für die Auslotung ihrer Möglichkeiten bzw. den Check der besten Angebote fast immer zunächst das Internet.

Statistiken  (unter anderem hubspot.de und seo.com) belegen, dass satte 82 Prozent der Smartphone-Benutzer ihr Telefon verwenden, um sich über einen bevorstehenden Kauf in einem Geschäft vor Ort zu informieren und satte 65 Prozent des E-Commerce-Verkehrs aus der Google-Suche stammen. Generell erfolgen bereits 63 Prozent aller Einkäufe online. Wer unter diesen Gegebenheiten mit seinem Business nicht bestens im Web zu finden ist, verschenkt enormes geschäftliches Potenzial und letztlich eine ganze Menge Umsatz. Mit der richtigen SEO-Strategie für Ihren Offline-Handel und Ihren Onlineshop lassen Sie Ihre Konkurrenz hingegen souverän hinter sich.

Die wichtigsten SEO-Faktoren für stationäre Geschäfte

Wenn Sie ein lokales Geschäft betreiben, sollten Sie Ihre Suchmaschinenoptimierung vor allem auf die vielen Kunden aus Ihrer Region abstimmen, die sich vor einem Kauf online informieren. Es gilt jene sicher in Ihren Laden zu lotsen, bevor sie sich (zunächst online und daraufhin im Geschäft vor Ort) bei Ihrer Konkurrenz umsehen. Hier ist die sogenannte Local-SEO mit ihren einzelnen Faktoren das wichtigste Mittel der Wahl. Berücksichtigen Sie die folgenden Punkte, um eine gute SEO-Basis zu erreichen.

Profil bei Google Business als wichtigste Grundlage

Der erste Schritt für eine gute lokale Sichtbarkeit sollte das Anlegen eines Profils bei Google Business sein. Es handelt sich hierbei um das Branchenverzeichnis der Suchmaschine, aus dem sie zentrale Unternehmensinformationen für die regionale Suche zieht und schließlich in den Ergebnissen anzeigt. Dazu gehören etwa Ihre Öffnungszeiten, Ihre Telefonnummer und Ihr genauer Standort. Das Pendant für Bing wäre übrigens Bing Places for Business.

Lokale Keywords für die Standortbeschreibung im Content

Lokale Keywords beinhalten den Standort Ihres Geschäfts, wie zum Beispiel bei „Modeboutique Spandau“ oder „Tankstelle Schwabing“. Solche ortsbezogenen Schlüsselwörter sollten Sie in den Meta-Daten, Headlines und im übrigen Content angemessen verteilen. Übertreiben Sie es aber nicht, da sonst die Gefahr von Keyword-Stuffing und betreffenden Abstrafungen steigt. Letztere zeigen sich vor allem in einem massiven Ranking- und damit Sichtbarkeitsverlust. Fakt ist, die großen Suchmaschinen können bereits aus bestimmten Eingaben ohne lokalen Bezug sehr gut interpretieren, ob der Suchende ein Geschäft vor Ort besuchen möchte, oder vielleicht eher allgemeine Informationen braucht.

Beispielsweise ist die Intention bei der Suche nach „Baumarkt“ meistens ziemlich klar regional. Wohingegen „Werkzeugneuheiten“ eher auf einen allgemeinen Informationswunsch hindeutet. Für ein gutes lokales Ranking lohnt es sich, beispielsweise mithilfe eines Keyword-Tools zu schauen, welche Begriffe Suchmaschinen bevorzugt mit regionalen Anliegen verbinden, und diese dann für die eigene Webpräsenz zu nutzen!

Kontaktdaten auf der Website für die einfachere Zuordnung Ihrer Angebote

Dieser Aspekt wird gerne auch unter dem Akronym „NAP“ zusammengefasst, was so viel bedeutet wie „Name, Address, Phone Number“. Diese drei Informationen sollten unbedingt auf Ihrer Website und auf jeder Landingpage im selben Format zu finden sein. Das ermöglicht Google und Co. eine einfachere Zuordnung Ihrer Angebote.

Lokale Bewertungen sind immer gut

Regionale Bewertungen oder Reviews sind Kommentare, die lokale Kunden zu Ihrem Laden abgeben können – zum Beispiel direkt bei Google. Wer viele gute Erfahrungen für sein Geschäft erhält und diese zudem bevorzugt aus seinem näheren Umfeld sammelt, wird von den Suchmaschinen im lokalen Ranking tendenziell weiter oben positioniert als Unternehmen mit weniger positiven oder gar keinen Reviews. Selbst negative Kommentare können, wenn Sie angemessene Antworten darauf parat haben, förderlich für Ihr Ranking sein. Sie sollten Ihre Kundschaft also motivieren, Ihrem Geschäft online ein Rating zu geben.

Qualität statt Quantität bei lokalen Verlinkungen oder Citations 

Lokale Links sind Verknüpfungen von Webseiten bzw. Onlineshop-Pages anderer Läden und Geschäftspartner aus der näheren Umgebung Ihres Unternehmens. Einträge in hiesigen Branchenverzeichnissen oder bei regionalen Tageszeitungen sind hier ebenfalls hilfreich. Wie immer bei solchen Backlinks gilt: Qualität statt Quantität! Links von unpassenden Seiten sollten Sie unbedingt vermeiden, da diese sich sogar negativ auf Ihr Ranking auswirken können. Auch bloße Erwähnungen Ihres Geschäfts, also ohne Verlinkung, haben einen positiven Effekt auf Ihre Sichtbarkeit. Die sogenannten Citations können beispielsweise in Social-Media auftauchen.

Lokale strukturierte Daten machen Seiten für Suchmaschinen besser auslesbar

Strukturierte Daten dienen dazu, HTML-Code semantisch zu gliedern, damit Suchmaschinen die Informationen auf den einzelnen Seiten leichter auslesen und in den Suchergebnissen darstellen können. Hier gibt es vor allem unter dem Betreff „Address“ vielfältige Möglichkeiten für eine regionale Optimierung – von „streetAddress“ bis „addressCountry“ und sogar „review“. Ein weiterer Vorteil: Noch nutzen nur wenige lokale Retailer strukturierte Daten.

Die wichtigsten SEO-Aspekte für den Online-Handel

SEO ist für verschiedene Online-Präsenzen nicht gleich SEO. Es geht natürlich immer darum, vor der Konkurrenz zu ranken. Dafür sollten auch im E-Commerce sämtliche Standardmaßnahmen der Suchmaschinenoptimierung berücksichtigt werden. Wer aber als Online-Händler maximale Ranking-Erfolge erzielen möchte, muss die SEO-Faktoren anders gewichten als beispielsweise bei einer typischen Firmenwebsite. Spezielle Onlineshop-SEO richtet den Fokus besonders stark auf die Kunden bzw. User und deren Interaktion mit den jeweiligen Produkten.

Usability und User-Experience first!

Grundsätzlich sollten Sie dafür sorgen, dass Ihre Kunden bzw. die Besucher Ihres Shops sich einfach orientieren können und alles, was sie suchen, ohne Probleme finden. Gewährleisten Sie eine gute Usability, flüssige Seitenladezeiten und geben Sie Ihren potenziellen Käufern alle Informationen, die sie benötigen oder wünschen. Wenn Sie in sämtlichen dieser Belange perfekte Voraussetzungen und somit ein ideales Nutzererlebnis (User-Experience) schaffen, steigen nicht nur Ihre Chancen auf direkte Verkäufe, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines guten Rankings.

Die Tatsache, dass Ihre User sich entsprechend flüssig, problemlos und schließlich intensiv mit Ihren Angeboten beschäftigen, nehmen Google und Co. als überaus positive Signale wahr. Das kann eine gute Positionierung massiv beeinflussen. Dafür lesen die Suchmaschinen Klickraten, Aufenthaltsdauern, Absprünge und andere relevante Metriken aus. Auch die nachfolgend genannten Aspekte unterstützen die Usability und die User-Experience.

Kategorieseiten sind mächtige SEO-Werkzeuge

Produkte und die betreffenden Pages können im E-Commerce kommen und gehen. Vor allem im Modebereich oder in anderen Nischen mit schnelllebigen Trends und oft wechselnden Artikeln, kann sich die Angebotspalette fast monatlich ändern.

Die Kategorieseiten sind hingegen fast immer über Jahre hinweg beständig. Der Knackpunkt ist nun, dass es sich gerade bei hart umkämpften Keywords überaus schwierig gestaltet, mit kurzlebigen Pages bzw. in einem entsprechend knappen Zeitraum gut zu ranken. Konsistenz und Langlebigkeit werden hingegen vor allem bei generischen Keywords und oft genutzten Suchbegriffen meistens belohnt.

Für maximale Erfolge müssen Ihre Kategorieseiten (wie auch alle anderen Pages Ihres Onlineshops) natürlich bestmöglich abgestimmt sein. Das heißt, es gilt hier alle SEO-Basics – von Keywords und Meta-Eingaben über Links bis hin zu Multimedia - zu berücksichtigen. Geben Sie Ihrer Zielgruppe dabei genau den Content, den jene erwartet.

Strukturierte Daten bieten auch der Online-Kundschaft mehr Überblick

Auch Online-Händler können strukturierte Daten sehr gut dazu verwenden, sich einen Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz zu verschaffen. Abermals sorgen solche Auszeichnungen dafür, dass die Suchmaschinen Ihre Angebote besser verstehen. Besonders interessant sind entsprechende Codes, um Preise, Verfügbarkeiten und Bewertungen zu vermitteln. Diese Werte können somit direkt in den Suchergebnissen sichtbar gemacht werden, was zum einen die Kaufwahrscheinlichkeit, aber ebenso die SEO-wichtige Klickrate verbessert. Wieder einmal sehr von Vorteil: Immer noch verwenden vergleichsweise wenige Shop-Betreiber strukturierte Daten.

Mit diesen Features schaffen Sie eine optimale Verbindung zwischen Online- und Offline-Handel

Omnichannel-Warenwirtschaftssystem

Bei einem Omnichannel-Warenwirtschaftssystem handelt es sich um eine Lösung, die alle Warenströme innerhalb Ihres Unternehmens abzeichnet, also sowohl online als auch offline. Insbesondere für die effiziente Abwicklung der Logistik und der Handelsprozesse ist ein solches Programm meistens unabdingbar. Auf Basis Ihres Warenwirtschaftssystems können Sie Ihren Onlineshop an essenziellen Stellen mit Ihrem Ladenlokal connecten (oder andersherum). Somit schaffen Sie eine mächtige Schnittstelle zwischen Ihrem Online- und Offline-Handel. Entsprechende Anwendungen bestehen oft verschiedenen Modulen, die Ihnen von der Automatisierung Ihrer Abläufe beim Einkauf und beim Lager-Management, über die Angebotspflege und die Organisation des Versands bis hin zum Verkauf an der Ladentheke unter die Arme greifen.

Click-and-Collect und Co.

Das vorab: Mitunter sind Click-and-Collect sowie verwandte Funktionen im Omnichannel-Warenwirtschaftssystem integriert. Sie können aber auch als einzelne Software bzw. Plugins oder integrierte Shopsystem-Features verwendet werden. 

Die vielfältigen Produktinformationen und Ratgeber im Internet haben für Kaufinteressierte zwei elementare Vorteile: Sie können damit gezielt shoppen und dabei mögliche Schwierigkeiten durch Blindkäufe ausschließen. Eine optimale Verbindung Ihres lokalen Geschäfts und Ihres Onlineshops durch Click-and-Collect und Co. ermöglicht es Ihnen, Ihren Kunden das Kauferlebnis noch einmal angenehmer zu gestalten. Fehlanschaffungen und kostspielige Retouren sind so gut wie auszuschließen:
•    Click-and-Collect: Durch Click-and-Collect ist die Bestellung im Onlineshop und die anschließende Abholung im Laden möglich. Ihre Kunden bekommen den gewünschten bzw. gebrauchten Artikel somit praktisch sofort, haben aber im Laden nach einer Prüfung immer noch die Chance, sich anders zu entscheiden.
•    Click-and-Reserve: Bei Click-and-Reserve geben Sie Ihren Kunden die Gelegenheit, ein Produkt online zu reservieren und erst bei der Abholung im Laden zu bezahlen. Damit profitieren Sie und Ihre potenziellen Käufer vom Vorteil einer geringeren Verpflichtung zu einem Kauf. Das wiederum steigert nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass Interessierte erst einmal vorbeikommen und sich betreffende Artikel ansehen. Sind solche Personen schon im Geschäft, ergeben sich gute Chancen für zusätzliche Angebote.
•    Order-in-Store: Order-in-Store beschreibt den umgekehrten Weg. Ein Kunde lässt sich hier bei Ihnen im Laden beraten und bestellt die Ware daraufhin über Ihren Shop bequem nach Hause. Mit einem speziellen Rabatt-Code sorgen Sie dafür, dass der Interessierte wirklich bei Ihnen ordert. Gerade bei sperrigen und/oder erklärungsintensiven Produkten wird diese Option gerne genutzt.

Omnichannel-Bezahlsystem

Über ein Omnichannel-Bezahlsystem können Sie Ihre Kasse im Geschäft mit Ihrem Onlineshop verknüpfen. Mithilfe eines iPads, eines Bondruckers, einer Kassenschublade und eines Scanners haben Sie ein vollständiges Kassensystem. Manche Anbieter stellen auch klassische Kassen zur Verfügung. Der Anschluss von Smartphones für mobile Abrechnungen oder die Verbindung mit einem Lesergerät für Kartenzahlungen bzw. kontaktlose Zahlungen ist ebenfalls möglich. In jedem Fall werden Ihre Bestände bei Verkäufen in Kooperation mit Ihrem Warenwirtschaftssystem automatisch verwaltet (auch hier sind Kombinationen beider Lösungen keine Seltenheit). Sie müssen Produkte und Preise für Online und Offline nicht separat in die Kasse einpflegen. Somit vereinfachen Sie Ihre Arbeitsprozesse enorm und bieten auch Ihren Kunden ein rundum entspanntes Einkaufserlebnis.

Übrigens: Als Alternative zu Einzellösungen gibt es spezielle Suiten, die mehrere oder sogar alle für Ihr Geschäft relevanten Tools integrieren. Ob sich die Anschaffung und Einbindung eines solchen Systems lohnt, sollte im Einzelfall mit Blick auf Ihre Geschäftsziele und Ihre Zielgruppe entschieden werden.

Hier finden Sie Tipps für günstige Suchmaschinenoptimierung für Freelancer und KMU: Die besten WordPress- und Joomla-SEO-Plugins

Stationärer Handel und SEO - Fazit

Ganz gleich, ob stationärer Laden mit Onlineshop oder Online-Handel mit lokalem Geschäft – beide Grundausrichtungen haben mit der richtigen SEO und den passenden Verbindungs-Tools Zukunft! Verkäufe im Internet boomen seit Jahren ununterbrochen - und auch für den Einzelhandel rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) in 2024 mit einem erneuten Umsatzplus von 3,5 Prozent . Wer sein stationäres Geschäft um einen Onlineshop erweitern möchte oder umgekehrt, profitiert somit aktuell von guten wirtschaftlichen und technologischen Voraussetzungen.

Titelmotiv: Photo by Christian Wiediger on Unsplash

Der Autor:


Philipp Nessmann

Philipp Nessmann

 hat sich in seiner über 17 Jahre andauernden Laufbahn als Webdesigner auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) spezialisiert. Seine Stärke liegt in einer pragmatischen und technisch versierten Herangehensweise, wobei er ein besonderes Augenmerk darauflegt, Websites so zu optimieren, dass sie nicht nur bei Suchmaschinen gut abschneiden, sondern auch zum Erfolg und Umsatzsteigerung von Unternehmen beitragen. Er besitzt das Talent, SEO-Strategien auf die spezifischen Anforderungen und Ziele eines Unternehmens zuzuschneiden und erfolgreich zu implementieren.